Bis heute hat der Atomausstieg 24.637 Menschenleben gefordert und zusätzliche Emissionen in Höhe von 950 Millionen Tonnen CO₂ bewirkt. Doch was wäre, wenn wir die alten Kernkraftwerke wieder einschalten?
Vorzeitige Todesfälle24.6372011–März 2026, durch Luftverschmutzung
Zusätzliche CO₂-Emissionen950 Mio. tMehr als Deutschlands Jahresausstoß 2025
Die Zahlen in diesem Simulator basieren auf dem WePlanet-Bericht „Die wahren Kosten des Atomausstiegs“. Darin analysieren wir die gesundheitlichen, klimatischen und wirtschaftlichen Folgen des deutschen Kernenergieausstiegs seit 2011 — und zeigen, was ein Wiedereinstieg bewirken könnte.
Deutschland nimmt seine stillgelegten Kernkraftwerke vom Netz, doch es bestehen weiterhin Möglichkeiten für eine Wiederinbetriebnahme. Der steigende Energiebedarf und die Nachricht von der Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks Three Mile Island haben die Aussichten für stillgelegte Kraftwerke verbessert. Es gibt keine nennenswerten technischen Hindernisse, die einer Wiederinbetriebnahme der deutschen Kernkraftwerke im Wege stehen, doch ist rasches Handeln erforderlich.
Was wäre, wenn Deutschland die Reaktoren wieder einschalten würde?
Wählen Sie Kraftwerke, Laufzeit und Energiemix, um die vermeidbaren Schäden zu berechnen. Daten: WePlanet/Anthropocene Institute (2026), Markandya & Wilkinson (The Lancet, 2007).
§ 02 — Szenarien
Berechnete Auswirkungen bis 2045 je nach Wiederzulassung und Kohleausstieg
+
🏭 Vermiedene CO₂-Emissionen
—
Millionen Tonnen CO₂ ggü. Kohle/Gas-Ersatz
Gerettete Menschenleben
—
Personen · Luftverschmutzung durch Kohle/Gas-Ersatz
Vermiedene schwere Erkrankungen
—
Personen · Atemwegs-, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen
🤧 Vermiedene leichte Erkrankungen
—
Personen · Atemwegsreizungen und leichte Beschwerden durch Kohle/Gas-Ersatz
💶 Einsparungen (Vermiedene CO₂-Kosten im EU-ETS · 78 €/t)
—
Milliarden Euro
Hintergrund
Die wahren Kosten des Atomausstiegs
Über 24.000 Tote. Eine ganze deutsche Kleinstadt. Das ist die bisherige Bilanz des Atomausstiegs. Und die Zahlen steigen immer weiter: Erst, wenn wir endlich die letzten fossilen Kraftwerke endgültig abgeschaltet haben, werden wir die wahren Kosten des Atomausstiegs kennen. Zum Vergleich: Die WHO schätzte bereits 2005 die Zahl der Menschen, die infolge der Kernschmelze in Tschernobyl starben oder noch sterben werden, auf 4.000. Heute gilt diese Schätzung als zu hoch, neuere Arbeiten kommen eher auf 300 bis 500 Opfer. Nimmt man — wie wir (WePlanet) in unserem Bericht — die WHO-Zahlen als obere Grenze, heißt das: Seit 2011, also innerhalb von nur 15 Jahren, bescherte uns der Atomausstieg sechsmal Tschernobyl — mindestens. Alle zweieinhalb Jahre einmal Super-GAU dank zusätzlicher Kohleverbrennung.
Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Aber wir können lernen und eine bessere Zukunft gestalten. Auf dieser Webseite könnt Ihr die stillgelegten deutschen Kernkraftwerke wieder in Betrieb nehmen. Leider nur virtuell, aber ihr könnt sehen, was möglich ist, wenn die Bundesregierung den Willen aufbringt. Wir stützen uns dabei auf zwei Berichte: In unserer eigenen Arbeit DEUTSCHLANDS ATOMAUSSTIEG — Die wahren Kosten für Menschen, Klima und Wirtschaft zusammen mit dem Anthropocene Institut untersuchten wird die Unmengen fossiler Verbrennung, mit der die fehlende Kernkraft seit 2011 ersetzt wurde, und welche Folgen dies für Gesundheit, Klima und Wirtschaft hatte. Derweil hat sich Radiant Energy den Zustand unserer Kernkraftwerke angeschaut und untersucht, wie lange ein Neustart dauern und was er kosten würde.
Wir haben uns auf jene neun Kernkraftwerke beschränkt, bei denen der Rückbau am wenigsten weit fortgeschritten und der Weg zum Neustart daher am kürzesten ist: Vier bis fünf Jahre wäre der Vorlauf für die erste Kategorie, bis zu sechs Jahre für die zweite. Die Liste ließe sich erweitern, der Report von Radiant Energy enthält sowohl weitere Kernkraftwerke als auch viele Detailinformationen zum Zustand der einzelnen Reaktoren. Wer also Genaueres wissen möchte, sollte dort nachlesen!
Auf der linken Seite unseres Tools könnt ihr entscheiden, welche Kernkraftwerke Ihr wieder anfahren möchtet: Nur die "besten" oder alle neun? (Wir sind natürlich für alle neun! Aber vielleicht sollten wir uns auf einige konzentrieren? Eure Entscheidung!)
Der Unterschied zwischen "Klasse I" und "II" ist der aktuelle (Frühjahr 2026) Zustand der Reaktoren: Wie lange dauert es nach einem entsprechenden Beschluss, das Kraftwerk wieder Instand zu setzen und in Betrieb zu nehmen? Die berechneten Ergebnisse rechts berücksichtigen diesen Faktor: Wundert euch also nicht, wenn Reaktoren mit gleicher Leistung bis 2045 (dem Ende der Szenarien und das Jahr, in dem Deutschland klimaneutral sein soll) unterschiedliche Einsparungen bringen: Mit eurem Klick "beschließt" ihr nur das Wiederanfahren, der Szenariorechner berücksichtigt die Verzögerung, bis der jeweilige Reaktor tatsächlich wieder am Netz ist.
Auf der rechten Seite oben könnt ihr vier Faktoren miteinander zu Szenarien kombinieren: Im Block könnt ihr die Kernkraftwerke im besten Zustand (Klasse A) auswählen oder eben alle. Darunter könnt ihr auswählen, welchen Strommix ihr für die Zukunft ohne Kernkraft erwartet — welchen Strommix die Kernkraftwerke also verdrängen könnten. "Weiter wie bisher" unterstellt einen in Zukunft weiterhin nur langsam sinkenden Kohleanteil, der 2038 noch immer bei 30 Prozent des heutigen Werts liegt. In diesem Szenario ist der Nutzen von Kernkraft also sehr hoch. Politisch beschlossen ist allerdings "Kohleausstieg 2038": Wenn es so kommt, wird der Kohleanteil in den kommenden Jahren viel steiler sinken. In diesem Szenario wird ein Neustart unserer Kernkraftwerke im Laufe der Zeit immer mehr Erdgas verdrängen. Aber wird der Kohleausstieg 2038 ohne Kernkraft tatsächlich kommen? Aus unserer Sicht spricht vieles dagegen. — Was erwartet ihr? Wählt das passende Szenario.
Übrigens: Ohne Atomausstieg könnte der Kohleausstieg bereits abgeschlossen sein. 2010 wurde mehr Strom aus Kernkraft erzeugt als zuletzt durch Braun- und Steinkohle. Fahren wir die noch verfügbaren Kernreaktoren wieder an, könnten wir den Kohleausstieg immerhin um rund fünf Jahre auf etwa 2033 vorverlegen.
In jedem Fall, so sind wir überzeugt, liefern die beiden Szenarien zum Strommix eine brauchbare Abschätzung der oberen und unteren Grenze des Nutzens, den ein Wiederanfahren unserer Kernkraftwerke bis 2045 hätte. Das Herumspielen mit den Szenarien zeigt: Ohne Kernkraft wird die zusätzliche Luftverschmutzung durch fossile Verbrennung bis zu fünfzehntausend Menschenleben fordern: Fast vier weitere Tschernobyls, die wir noch verhindern können!
Am Rande sei bemerkt: Natürlich geht der wahre Nutzen der Kernkraftwerke über das Ende unserer Modellrechnung 2045 hinaus! Je nachdem, welchen alternativen Strommix sie dann ersetzen, werden die Kernkraftwerke auch über 2045 hinaus einen positiven Beitrag zu Gesundheit, Klima, Versorgungssicherheit und Wirtschaft leisten.
An dieser Stelle abschließend vielen Dank an Radiant Energy für die Erlaubnis, ihre Daten zum Zustand unserer Kernkraftwerke zu nutzen, und an die Aktiven der Nuklearia für die großartige Zusammenarbeit.
Ein Aufruf an alle Besucher dieser Webseite: Werdet aktiv, sprecht mit euren Abgeordneten, kommt zu Protesten bei den stillgelegten Kraftwerken.
Gefällt dir unsere Arbeit?
Wir sind eine noch junge Klima-NGO, die neue Wege gehen will: Bitte unterstützt uns und unsere Arbeit, es gibt dafür viele Wege:
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* Historische Zahlen (2011–3/2026): WePlanet/Anthropocene Institute Report (2026), PDF-Download. Mortalitätsfaktor: 24,2 Tote/TWh (Braunkohle) / 2,8 (Gas); Erkrankungsfaktor: 225/TWh (Kohle) / 30 (Gas). Quelle: Markandya & Wilkinson, The Lancet (2007). CO₂-Faktor: ~900 g/kWh (Kohle) / ~490 g (Gas). ETS-Kosten bei 78 €/t CO₂ (Stand Sept. 2025). Restart-Klassen: Radiant Energy Group (2024). Diese Modellrechnung zeigt statistische Erwartungswerte im hypothetischen Gegenfall — keine Prognose. Alle Angaben ohne Gewähr.